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MMC, wieso lässt Du dir unbewusst Muskelwachstum entgehen?

 

Hallo meine Lieben,

heute geht es um ein Thema, das die Meisten von Uns schon mal gehört haben, aber dem Ganzen immer noch zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Zugegeben, MMC klingt super geheimnisvoll, aber hinter dieser Abkürzung steckt wahres Muskelwachstum.

 

Wofür steht diese ominöse Abkürzung?

Diese drei Wörter stellen im wahrsten Sinn des Wortes, eine Verbindung dar, die Dich und Mich um Welten im Sport voranbringen wird. Jetzt stellt sich erst einmal die Frage was diese Wörter zusammen genau heißen sollen.

M uscle

M ind

C onnection

Die Abkürzung steht also für die Muscle Mind Connection, demnach eine Verbindung die zwischen deinem Bewusstsein und deinem Muskel hergestellt wird. Ja zugegeben, klingt ein wenig abgespaced für manche, aber glaubt mir, es ist wirklich enorm wichtig im Fitnessbereich!

Um es auf den Punkt zu bringen, handelt es sich um das perfekte Spüren des Zielmuskels z.B. beim Ausführen einer Übung. Hört sich prinzipiell super einfach an und mir ist bewusst, dass du bei einem normalen Bicepscurl sitzend, definitiv deinen Biceps anspannen wirst und dir hier die Connection leichter fällt.

Was ist jedoch beim guten Bankdrücken oder Brustmuskel Training, triffst du bei jeder Übung zu 100% die Brustmuskulatur oder übernehmen den Großteil der Arbeit deine Hilfsmuskeln, allen voran die Schulter?

Bei mir war das leider doch am Anfang oftmals der Fall, weil zum einen die Technik nicht perfekt war und zum Anderen weil ich den Muskel nicht 100% bewusst angezielt habe.

 

Perfektes Spüren dank Anatomieverständnis

In erster Linie ist das Verständnis für die anatomischen Abläufen der Muskeln sehr wichtig. Aber keine Angst, Du musst dafür jetzt kein Medizinbuch wälzen um alles nötige für Muskelaufbau zu erfahren. Grundlegend gehen wir jedoch von dem Schemata aus, dass wir uns genau die Technik der einzelnen Übungen anschauen müssen um so bestmöglich den Reiz zum Wachsen setzen zu können. Zum einen stimmt das natürlich, denn genau so sind die Übungen ja konzipiert worden, um den Zielmuskel/ die Muskeln zu treffen.

Trotzdem sind die Übungen nicht so 100% perfekt gestaltet, dass ein Nichttreffen der Muskeln ausgeschlossen werden kann, denn ein einfaches Beispiel soll das Ganze verdeutlichen.

Es gibt zum Beispiel eine Brustpresse Maschine bei uns, die nicht exakt im Einklang mit der anatomischen Bewegung der Brust steht, also definitiv besser den Muskel in allen Bewegungsabläufen reizen könnte. Wohingegen andere Maschinenhersteller darauf genau achten.

Die Hauptaufgaben der Brustmuskulatur ist die Innenrotation, die Adduktion und die Anteversion. Super die Begriffe oder? Ja die klingen erst mal toll, am besten noch so ganz beiläufig beim nächsten Gespräch mal raushauen, aber bitte allerdings nicht ohne deren Bedeutung zu verstehen 😉

 

Innenrotation:

Im Fall der Brustmuskeln, bedeutet diese Rotation, dass der Arm zum Körper eingedreht, also rotiert wird. Dieser also eine Rotation nach Innen zum Körper hin macht.

Probier es doch mal direkt aus, um es gleich nach fühlen zu können, indem du zuerst den rechten Arm seitlich komplett ausstreckst ( Handgelenk ist neutral, also Daumen zeigt nach oben ). Nun fasst du dir mit der linken Hand an den rechten Brustmuskel ,also legst die Hand darauf ab ( Sieht für Außenstehende wahrscheinlich komisch aus, aber sag ihnen doch einfach es sei aus rein wissenschaftlichen Gründen und sie können  ja mitmachen 😉 ).

Als nächstes führst du den gestreckten Arm nun nach Innen, also so weit bis er eine Linie von der Nase bis zum Daumen bildet. Mit der linken Hand wirst du merken, wie sich dein Brustmuskel dabei zusammenzieht. Glückwunsch du hast die erste Bewegung gespürt und weißt nun was die Innenrotation bewirkt.

 

Adduktion:

Achtung Klugscheiß Alarm 😛 Das Beiwort „Ad“ bedeutet im Lateinischen immer „Zu“ und „Duktion“ kommt von „ducere“ also „führen„, danke an dieser Stelle an meine Schule und den Lateinunterricht, erstaunlich wie sinnvoll im Nachhinein Latein sein kann. Die Adduktion bedeutet hier nun, dass der Arm zum Körper hingeführt wird.

Zum Nachfühlen, nimmst du einfach  wieder die Endposition aus der Innenrotation ein. Wenn der rechte Arm vor dem Körper ausgestreckt ist, kommt wieder der beherzte Griff mit der linken Hand zur rechten Brust. ( Alles für die Wissenschaft 😉 Nun knickst du den Arm ein wenig ein und führst ihn am Körper entlang nach hinten. Der Ellenbogen und somit der Arm werden nach hinten geführt und du wirst spüren wie sich dabei der Brustmuskel dehnt. Das war die Adduktion des Brustmuskels.

 

Anteversion:

Diese Bewegung ist der Gegenpart zur Adduktion, weil sie den Arm wieder vor den Körper führt. Auch hier kannst du einfach die Endposition der Adduktion einnehmen und dann den Arm wieder in die Position vor den Körper führen, hierbei wirst du mit der linken Hand auf der Brust spüren, dass sie sich wieder zusammenzieht.

 

 

Warum diese anatomische Theorie sinnvoll ist

Nach diesem Ausflug in die gefühlte und bewusst wahrgenommene Anatomie wirst Du jetzt verstehen wieso ich Dich das habe testen lassen. Du weißt nun was die Grundaufgaben der Brustmuskulatur sind und eine Übung versucht nichts anderes, als einen Widerstand zu erwirken, der den natürlichen Ablauf etwas erschwert, denn ich denke kaum, dass es für Dich anstrengend war, die Ausführung ohne Gewicht nachzumachen 😉

Kommen wir zurück auf die Brustpresse, denn wie Du gelernt hast, sollte diese bei einer Führung des Arms ( Adduktion, Anteversion ) nach vorne und nach hinten gehen und hier einen Widerstand erzeugen. Dieser Widerstand entsteht durch das Gewicht, da es den natürlichen Bewegungsablauf erschwert und somit für Anstrengung und einen Reiz sorgt.

Die Frage ist aber, ob auch die Innenrotation nicht in diese Bewegung mit einfließen kann und die Antwort ist in diesem Fall „Ja es ist möglich“.

Die Maschine könnte in der Ausgangsbewegung (Adduktion, also Ellenbogen zeigt nach hinten) die Handposition etwas weiter nach außen gehen lassen und bei der Anteversion, also beim nach vorne Führen, dann so konzipiert sein, dass die Daumen immer näher zusammengeführt werden. Leider führt die Maschine bei uns nicht nach innen sondern nach außen und verschenkt somit ein wenig Potential. Man sollte also danach kombinierend noch eine Übung ausführen die auf die Innenrotation abzielt wie z.B. die Butterfly Maschine.

Die Grundvorstellung der Mind Muscle Connection ist also nun gelegt.

Wo ist nun der Nachteil ohne Verbindung

Das große Problem, wenn Du nicht auf die Muscle Mind Connection achtest ist die zu starke Integration der Hilfsmuskeln. Bis dato klang ja alles super und Brustmuskel Training sollte doch einfach sein oder? Ja das kann es auch sein, wenn du darauf achtest, dass die Hilfsmuskeln so gut es geht eliminiert werden.

Beim Brustmuskel Training sind das unter anderem die Schulter, gerade der vordere Teil und auch noch der Triceps. Diese Muskeln unterstützen die Ausführung hauptsächlich bei der Adduktion und der Anteversion.

Unterstützung ist an sich ja eine tolle Sache, aber sie nimmt eben etwas Widerstand vom Hauptmuskel weg und sorgt auch vermehrt für Verletzungen, wenn sie stärker genutzt werden als es der Sinn ist.

Gerade beim Bankdrücken auf der Flachbank mit der Langhantel sieht man vermehrt, dass erstens eine unsaubere Technik verwendet wird und einfach nur „gedrückt“ wird, Hauptsache das Gewicht ist hoch und es bewegt sich auf Teufel komm raus.

Hier fehlt oftmals eben auch zur mangelnden Technik die bewusste Verbindung mit dem Muskel und das genaue Fühlen der Arbeit, die der Muskel verrichtet. Die Folge ist, dass der Triceps vermehrt Arbeit übernimmt und auch die vordere Schulter viel mehr leistet als sie überhaupt kann. Das kann soweit gehen, dass es zu üblen Verletzungen der Schulter kommen kann und die erzielte Reizung der Brust wird auch nicht voll genutzt.

Macht mir also bitte einen Gefallen und auch euch selbst, indem ihr zuerst die natürlichen anatomischen Bewegungsabläufe hinter dem Muskel erfragt und diese dann mit einer sauberen Technik und dem genauen Fühlen dank der Mind Muscle Connection perfekt durch Widerstandstraining zum wachsen bringt. Dann bleiben die Verletzungen aus und ihr werdet sehen, dass es mehr Spaß macht, vor allem weil ihr so viel schneller Muskeln aufbauen werdet.

Mein bester Tipp für die perfekte MMC

Am Ende gebe ich dir noch meinen besten Tipp um genau zu prüfen ob deine Mind Muscle Connection perfekt ist! Ich selbst habe diesen bei wirklich jeder Übung angewandt, bei der ich mir nicht sicher war, ob sie meinen Muskel perfekt trifft und meine Verbindung manifestiert ist.

Nimm ein niedriges Gewicht, das für Dich aber dennoch einen leichten Widerstand darstellt, also beim Bankdrücken z.B. lediglich die Stange und mache damit 50-60 Wiederholungen!

Ja das klingt übertrieben, aber es bringt einen riesigen Vorteil mit sich, Du wirst danach genau spüren welcher Muskel / welche Muskeln die Arbeit erwirkt haben. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du dich so langsam in die Bewegung einfühlen kannst und durch leichte Nuancen wie z.B. eine Änderung im Winkel des Arms bzw. Ellenbogens beim Bankdrücken, schon große Veränderungen wahrnehmen kannst!

 

Meine Erfahrungen und mein Fazit

Wenn es nach mir geht, muss ich zugeben ich liebe es auch einfach mal ein Arsch schweres Gewicht zu bewegen und dabei ein bisschen die Technik außen vor zu lassen, weil es extrem Spaß macht und für ein schönes Gefühl nach dem knacken eines PR sorgt. Aber ich denke, das Ganze geht auch klar, soweit man seine eigene Verbindung gut genug ausgebaut hat, sodass es fast schon intuitiv wird und eine Verletzung auch bei schweren Gewichten fast ausgeschlossen wird, weil der Hauptmuskel die Arbeit übernimmt.

Denn um so besser die MCC ist um so besser kann man den Muskel gezielt reizen und somit bleiben die Hilfsmuskeln nur Aushilfen und keine Hauptakteure die unter der Volllast zusammenbrechen!

Also wenn es um meine Sport- und auch Lebensphilosophie geht, rate ich jedem in egal welchem Bereich und demnach egal was Du machst, Mach es „BEWUSST“!

Wir werden oftmals viel zu sehr von unserem Alltag eingenommen und wir bekommen nicht mehr alles bewusst um uns herum mit, weil alles irgendwie nebenbei läuft. Das ist verdammt schade, denn um so mehr Du und ich wahrnehmen, um so größer wird unser Bewusstsein und unser Horizont!

Bewusstes Fühlen ist eines unserer besten Eigenschaften und in jedem Bereich bringt diese Eigenschaft Dich und mich weiter.

Wer weiß, eventuell klappt das im Alltag nicht immer perfekt, aber dann lass uns doch zusammen im Training damit starten und dort bewusst fühlen, was unsere Muskeln wachsen lässt und vielleicht nimmst du dieses bewusste Wahrnehmen ja auch mit in andere Bereiche 🙂

Wie immer, danke ich Dir fürs aufmerksame und bewusste Lesen 😉

As usual I want you to be the best version of yourself 🙂

Dein FitWishVince

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